Bewertungsraster – Lösungen in Gruppen bewerten

Zielsetzung | Effekte

Lösungen in Gruppen bewerten

In einer Arbeitsgruppe müssen mehrere Ideen zur Lösung eines Problems entwickelt und anhand mehrerer, vorher definierter Kriterien bewertet werden.

Kurzbeschreibung

Punktevergabe und Gewichten

Das Bewertungsraster ist eine strukturierte Methode, um Ideen zu beurteilen, bei der vorher Kriterien festgelegt werden, mit denen die Vorschläge eingeschätzt werden können. In dem Bewertungsraster werden zeilenweise die einzelnen Lösungsvorschläge eingetragen, in den Spalten stehen die verschiedenen Kriterien. Diese können zusätzlich mit einer Gewichtung versehen werden, um den einzelnen Kriterien eine unterschiedliche Bedeutung zu geben.

Allgemein:

Kriterium 1 Kriterium 2 Kriterium 3 Kriterium 4 Kriterium 5 Kriterium 6 Summe
Gewichtung x3 x2 x2 x2 x1 x1
Lösung 1
Lösung 2
Lösung 3
Lösung 4

Die Lösungsvorschläge werden mit Punkten von 1 (= sehr schlecht) bis 10 (= sehr gut) benotet. Beispielsweise könnte ein Kriterium "Kosten der Verwirklichung des Vorschlages" sein. Eine Bewertung mit 1 würde bedeuten, dass sehr hohe Investitionen nötig wären, um die Lösung zu verwirklichen, eine 10 hieße, dass die Investitionen sehr gering wären. (Bei Kosten bietet es sich an, den Zahlen von 1–10 konkrete Summen zuzuordnen, um das Verfahren noch objektiver zu machen, z.B. 1 = mehr als 100.000 Euro, 2 = 90.000 bis 100.000 Euro, ... 10 = weniger als 10.000 Euro.)

Wenn man einen Lösungsvorschlag mit einem Kriterium bewertet hat, wird dieser mit dem Gewichtungsfaktor des Kriteriums multipliziert und in die entsprechende Zelle des Bewertungsrasters eingetragen. Hat man jede Lösung mit jedem Kriterium bewertet, werden die Zeilensummen gebildet und man erhält eine Rangreihe, in der die vielversprechendste Lösung die meisten Punkte erhalten hat.

Beispiel: Lösungsvorschläge für die Verbesserung der Kundenzufriedenheit

Service-verbesserung Zusätzliche Personalkosten Investitions-volumen Realisierung-szeitraum Arbeits-erleichterung Summe
Gewichtung x3 x2 x2 x1 x1
Neues Personal einstellen 24 2 4 2 8 40
Mitarbeiter schulen 21 20 4 5 5 55
Preise senken 0 20 2 9 0 31

An dem Beispiel kann man sehen, dass dem Bewertungskriterium "Serviceverbesserung" mit dem Gewichtungsfaktor 3 die höchste Priorität eingeräumt wurde. Bei Berücksichtigung aller Kriterien ergibt sich, dass die Schulung der Mitarbeiter der vielversprechendste Vorschlag ist. Wenn ein Bewertungsraster mit entsprechenden Kriterien und Gewichtungen erarbeitet wurde, kann dies immer wieder und auch sehr effizient zur Bewertung von Lösungen herangezogen werden. Diese Bewertung sollte gemeinsam mit der Arbeitsgruppe vorgenommen werden.

Ergebnis

Prioritätenliste und Transparenz

Nach Anwendung des Bewertungsrasters sind die Vorschläge in eine Rangreihe gebracht, bei der die vielversprechendste Lösung an erster Stelle steht und mit höchster Priorität umgesetzt werden sollte. Außerdem ermöglicht die Transparenz des Verfahrens, Außenstehenden den Entscheidungsprozeß nachzuvollziehen.

Anwendungsbereich und Probleme

Berücksichtigung meherer Kriterien

Das Bewertungsraster eignet sich für Fragestellungen, bei denen mehrere Kriterien berücksichtigt werden müssen. Durch die Gewichtungen können einzelne Kriterien zusätzlich hervorgehoben werden (dies ist wichtig, wenn z.B. eine schnelle Umsetzung oder geringe Kosten bei der Umsetzung im Vordergrund stehen). Sind alle Kriterien gleich wichtig, kann die Gewichtung weggelassen werden. Da diese Methode aufwendiger als z.B. die Vergabe von Klebepunkten ist, sollte sie nur eingesetzt werden, wenn es sinnvoll und notwendig ist, mehrere unterschiedlich wichtige Kriterien zu berücksichtigen.

Coaching Magazin Abo

Sie wollen Ihr Tool veröffentlichen?

Coaching-Tools.de wird monatlich von über 6.000 Personen besucht und bietet daher eine gute Möglichkeit, Ihr Tool bekannt zu machen. Neben dem Tool werden Sie natürlich als Autor erwähnt.

So können Sie Ihr Tool einreichen