Biografieanalytisches Coaching

von Dr. Martin Hertkorn

Dem persönlichen Coaching werden ein biografisches Interview und dessen umfangreiche Analyse vorgeschaltet. Der Klient liest die komplette Biografieanalyse vor dem eigentlichen Coaching. Er reflektiert seine eigene Biografie als Hintergrund für sein (Führungs-)Verhalten und erhält im Vorfeld des Coachings bereits wichtige Denkanstöße. Der Coach wiederum lernt die Lebensgeschichte seines Klienten kennen und gewinnt – bereits vor dem persönlichen Coaching – einen Einblick in dessen Denkmuster. Das aufbauende Face-to-Face-Coaching konzentriert sich unmittelbar auf die Lösungserarbeitung. Der Coaching-Prozess wird so verkürzt.

Anwendungsbereiche

Biografie- und Kompetenzanalyse

Das Verfahren eignet sich für Coaching-Anlässe, die tiefer greifende Lernprozesse erforderlich machen. Von der biografieanalytischen Vorarbeit in Form der Hypothesen profitieren besonders Klienten mit knappen Zeitressourcen. Darüber hinaus bringt das Vorgehen durch die offene Herangehensweise in Form eines narrativen Interviews einen „Eisbrechereffekt“ mit sich, der sich besonders bei ins Coaching geschickten Klienten (z. B. in Folge eines Management-Audits) als nützlich erweist.
Im Biografieanalytischen Coaching werden die Coaching-Phasen 1 bis 3 (Kennenlern-, Orientierungs- und Analysephase) auf eine einmalige – allerdings intensive – persönliche Begegnung sowie die Lektüre des Kompetenzprofils reduziert.

Zielsetzung | Effekte

Tiefere Lernprozesse initiieren

Das Interview schafft Vertrauen. Die Lektüre der Biografieanalyse regt bereits vor dem eigentlichen Coaching intensive Reflexionsprozesse an. Die in der Biografieanalyse abgebildeten Hypothesen erweitern die „Innere Landkarte“ des Klienten und geben ihm zahlreiche Denkanstöße. Der Coach kann im Vorfeld abwägen, auf welche Art und Weise er sich den Sichtweisen des Klienten nähert. Er kann im Vorfeld Stärken und Entwicklungsfelder erkennen und seine Hypothesen ganz auf das Ziel ausrichten. Die Präsenzzeit im Coaching wird reduziert und gleichzeitig intensiviert.
Das Verfahren eignet sich besonders, um tiefer greifende Lernprozesse zu initiieren (im Sinne von „Deutero-Learning“). Nicht geeignet ist es für „kurzfristige Ziele“ wie beispielsweise ein Bewerbungsgespräch vorzubereiten. 

Das Tool "Biografieanalytisches Coaching" erschien im Coaching-Magazin, 1/2009, S. 37–40.

Coaching-Ausbildung Christopher Rauen

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