Mit „Gaben“ die Wirksamkeit im beruflichen Alltag erhöhen

von Juliane Delkeskamp

Zum Ende einer erfolgreichen Coaching-Sitzung stellt sich immer die Frage: Wie kann der Klient oder die Klientin die Erfahrungen und Erkenntnisse wirksam in die Arbeitspraxis übertragen? Klienten haben häufig wenig Spielraum und Zeit für das Coaching an sich – wie dann für das Rekapitulieren von erfolgreichen Prozessen und Einüben von neuen, meist komplexen Vorgehensweisen?
In der Coaching-Praxis nutze ich für diesen Zweck selbst entwickelte „Gaben“. Das sind Geschenke an die Klienten, die den Transfer unterstützen. Diese Gaben beziehen sich immer auf das Vorgehen in der jeweiligen Sitzung. Sie fußen auf theoretisch fundierten, komplexen Verfahren und Modellen. Gaben sind handliche Gegenstände, die speziell für ihr Einsatzgebiet sinntragend verändert werden. Damit wird die Gabe im Unterschied zum herkömmlichen „Reminder“ oder „Give-Away“ zum „Strukturhelfer“ (diesen Begriff verdanke ich Raimund Paugstadt), der ein komplexes Verfahren aus dem Coaching dem Klienten nachhaltig in Erinnerung bringt.

Anwendungsbereiche

(Lern-)Transfer, Transfer-Motivation

Die Gabe wird im Anschluss an die Bearbeitungsphase innerhalb einer Sitzung übergeben. Dieser „Akt“ ist didaktisch eingebettet in eine Vor- und Nachbereitung. Die Vorbereitung ist das Gespräch auf der Metaebene: Klient und Coach lösen sich vom gerade bearbeiteten Anliegen und reflektieren die Struktur des Vorgehens in der Coaching-Sitzung. Dann wird die Gabe überreicht und im Transfergespräch über ihre Nutzung reflektiert. Die Nachbereitung findet in einer kommenden Sitzung statt, in der über den Verbleib und die tatsächliche Anwendung der Gabe gesprochen wird. Nur wenn die Gabe eine hohe Passung an Thema und Klient aufweist und zur richtigen Zeit und in der richtigen Art übergeben wird, kann sie effektiv den Transfer unterstützen.

Zielsetzung | Effekte

Anwendung neuer Deutungsmuster/Verhaltensweisen

Ziel ist es, dem Klienten das Anwenden neuer Deutungsmuster oder Verhaltensweisen im Arbeitsalltag zu erleichtern. Die an das Vorgehen im Coaching erinnernde Gabe ist für den Klienten ständig präsent und griffbereit, sei es auf dem Schreibtisch oder im Auto, in der Aktentasche oder an der Werkbank. Damit wird ein ständiges Erinnerungs- und Lernangebot konkret in die Arbeitsumgebung des Klienten transportiert. Das bedeutet eine direkte Veränderung des Arbeitsumfelds als Ausgangspunkt für Transfer-Motivation.
 

Das Tool "Mit „Gaben“ die Wirksamkeit im beruflichen Alltag erhöhen" erschien im Coaching-Magazin, 1/2010, S. 40–43.

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