sci:vesco®.web

Ein Tool der elements and constructs GmbH.

sci:vesco®.web ist ein interaktives Repertory Grid Verfahren (n. G. A. Kelly 1955/1991) zur schnellen und zuverlässigen psychologischen Analyse der Klienten. Softwaregestützt lassen sich zuverlässig, schnell und individuell seine Meinungen, Überzeugungen und Prognosen analysieren. Die Ergebnisse werden in Form einer mentalen Repräsentation geografisch dargestellt (dynamische 3-D Darstellung).

sci:vesco®.web ist nur online kostenlos unter folgender Adresse verfügbar:
http://eac-leipzig.de/scivescoweb/

Anwendungsbereiche

Initiierung, Zielformulierung, Kontrolle

Das Tool ist in jeder Phase des COACH-Modells einsetzbar.

  • Zur Initiierung des Coaching-Prozesses (Standortbestimmung)
  • Zur Zieldefinition (Future Pacing)
  • Zur Evaluation (Kontrolle des Beratungserfolges)
  • Zur Unterstützung der wechselseitigen Kommunikation (Verständnis, Klärung, Modellbildung)
Zielsetzung | Effekte

Zielklarheit

Das Tool eignet sich insbesondere zur Visualisierung der gegenseitigen Erwartungen und Wünsche. Es dient vornehmlich zur visuellen Unterstützung der Zieldefinition und Evaluation. Wichtigster Effekt ist die Einsicht des Klienten über persönliche Schwachpunkte und aber auch die Erkennung Ressourcen zur Überwindung von Barrieren. Erfolge werden erkannt an dem ständigen Rückbezug des Klienten auf die Ergebnisse mit der Methode und an dem jederzeit visuell überprüfbaren Entwicklungsstandes des Klienten.

Ausführliche Beschreibung

Verlauf und Methodik

Der Ablauf einer sci:vesco®.web Befragung:
- Vorbereitung, Festlegen des Untersuchungsdesigns mit dem Klienten
- Computergestütztes Einzelinterview mit direkt anschließender individueller Ergebnispräsentation (nur online kostenlos)

Befragungsablauf im Einzelnen
Ein sci:vesco®.web Anwendugn beginnt mit der Definition des Problemfeldes zusammen mit dem Klienten. Ziel ist es Begriffe zu finden, die den Untersuchungsgegenstand möglichst gut abbilden – die so genannten Elemente.
Diese können sein (Beispiele):
- Personen – "Herr Müller", "mein Chef", “mein Mitarbeiter XY“, “mein Coach“
- (Proto-) typische Rollen – "der ideale Berater", "der typische Servicetechniker", “typ. Führungskraft“
- Perspektiven – "Firma xy aus Kundensicht", "Ich, wie andere mich sehen"
- Prognosen – "meine Abteilung in 3 Jahren", "Firma XY nach der Fusion"
Die Zahl der Elemente hängt grundsätzlich vom Problemfeld ab. Die festgelegten Elemente bilden den standardisierten Rahmen für alle folgenden Anwendungen im laufenden Coaching-Prozess. Eine Vergleichbarkeit, auch über Zeiträume hinweg, ist damit jederzeit gegeben.
Je nach Anzahl der verwendeten Elemente ergibt sich eine durchschnittliche Durchführungsdauer von ca. 60-90 Minuten.

Interviewverlauf
Das Interview ist standardisiert, erfolgt mittels Computerunterstützung und verläuft in drei Schritten:

1. Gegenüberstellen - Auswählen
Im ersten Schritt werden drei Elemente gegenübergestellt, z. B. bei einer 360° Befragung z. B. "Ich heute", "Ich in 2 Jahren" und "Meine Abteilung". Der Klient wählt die beiden Elemente aus, die sich seiner Meinung nach vom Dritten unterscheiden. Die Frage hierzu lautet konkret: "Welche beiden Elemente sind sich ähnlich und unterscheiden sich gleichzeitig vom Dritten"?

2. Bezeichnen - Polarisieren
Im nächsten Schritt wird der Klient gebeten, die Ähnlichkeit der beiden ausgewählten Elemente zu charakterisieren, im Bild unten z. B. "klare Richtung". Danach wird nach dem Gegenpol der Charakterisierung gefragt. Die Antwort könnte z. B. lauten: "auf der Suche sein".

3. Zuordnen - Bewerten
Im dritten Schritt bewertet der Klient alle Elemente anhand seines eben gebildeten Begriffspaares. Hierzu steht das Tetralemmafeld zur Verfügung. Das Tetralemma (..."vier Ecken" im Sinne von vier Positionen oder Standpunkten) ist eine Struktur aus der traditionellen indischen Logik zur Kategorisierung von Haltungen und Standpunkten, die das Entscheidungsmuster "entweder" ("auf der Suche") – "oder" ("klare Richtung") ergänzt, indem sie die zunächst unvereinbar erscheinenden gegensätzlichen Positionen hinterfragt, und so um mögliche Entscheidungsoptionen hinterfragt. Es werden vier alternative Zuordnungsbereiche angeboten, in denen der Befragte alle Elemente positionieren kann: Das Eine, das Andere, Beides, Keins von Beiden.

Hat der Klient alle Elemente im Tetralemmafeld eingeordnet, ist das Konstruktpaar "verbraucht". Es folgt dann wieder der erste Interviewschritt das Vergleichen zweier Elemente mit dem Ziel ein neues Konstruktpaar zu benennen und abschließend zu bewerten. Diese drei Schritte der Interviewprozedur werden so oft wiederholt, bis dem Interviewten keine neuen inhaltlichen Unterscheidungen mehr einfallen, sein Repertoire an Unterscheidungen für den jeweiligen Untersuchungsgegenstand also ausgeschöpft ist. Dies ist in der Regel nach 8 – 15 Konstrukten der Fall.

Voraussetzungen/Kenntnisse:
Eine sci:vesco®.web Befragung stellt immer eine soziale Interviewsituation dar. Prinzipiell gelten hierin alle üblichen Formen lösungsorientierter Gesprächsführung. Die grundsätzliche Haltung sollte daher auch positiv gegenüber dem Befragten sein (Wertschätzen statt Schwertwetzen). Seine Expertenmeinung ist gefragt und sollte auch so wahrgenommen werden. Grundsätzlich gilt auch, dass keine suggestiven Mittel eingesetzt werden. Auch wenn der Befragte in gewisser Weise geführt werden soll, dürfen eigene Ideen (Konstrukte) nicht in die Unterhaltung einfließen. Auch indirekte Hinweise wie, „Denken Sie doch mal an die Innovationskraft…“, sollten vermieden werden.

Das sci:vesco®.web Interview ist auf die Konstruktionsweisen des Befragten hin ausgerichtet. Er oder sie ist der Experte der eigenen Meinung und diese gilt es kommunikativ zu erlangen.

Je nach Fragemethode können dem Befragten oberflächliche oder tiefgründige Konstrukte entlockt werden. Hier ein paar mehr oder weniger etablierte bzw. hilfreiche Fragetechniken:

Laddering (Up)
Die gängigste Befragungsmethode, um tieferliegende Konstrukte zu erhalten, ist die Laddering Methode. Im Prinzip wird hierbei jede Äußerung des Befragten kritisch hinterfragt, z. B. Wie genau ist jemand, der…?“ oder Was genau meinen Sie mit…?“. Ziel der Laddering Methode ist es, individuumspezifische, generalisierte Äußerungen (innere Glaubenssätze) zu erhalten.

Pyramiding (Laddering Down)
Ähnlich wie beim Laddering wir auch hier beim erst genannten Begriff nachgefragt, allerdings in eine andere Richtung. Ziel ist es, elementenspezifische Übertragungen des Individuums zu erhalten. Hier wird der persönliche direkte Erfahrungshintergrund (mit einem oder beiden Elementen) des Befragten ermittelt (z. B. für Marktforschungsuntersuchungen).

Ein Beispiel: Antwortet der Befragte, diese beiden sind „offen“, kann man nachfragen: „Wie ist jemand zu Ihnen, der „offen“ ist?“

Zirkuläres Fragen
Eine weitere Befragungsmethode ist das zirkuläre Fragen, eine Technik, die in der Systemischen Therapie verwendet wird. Diese Technik besteht darin, den Befragten in eine Außenstehende Position zu bringen, z.B. Stellen Sie sich vor, die beiden sitzen hier neben ihnen. Woran macht sich deren Ähnlichkeit (Unähnlichkeit) bemerkbar?

NLP Strategie
Diese Form der Befragung erfordert gute Übung. Zunächst sollten die Techniken Pacing und Leading beherrscht werden. Je nach Zustand des Befragten (physisch, psychisch), werden bestimmte Sinneskanäle (auditiv, visuell, kinestetisch, etc.) direkt angesprochen: Z.B. „Stellen Sie sich diese beiden Personen real vor, gerne sitzend auf zwei hier vor uns stehenden Stühlen. Woran machen sie deren Ähnlichkeit fest?“

Auswertung
Nach Beendigung des Interviews erhält der Klient eine Einzelrückmeldung. Diese dient einerseits dazu, dem Klienten eine Vorstellung zu vermitteln wie die Ergebnisse visualisiert werden. Zum anderen besteht hier die Möglichkeit im Sinne einer „konsensuellen Validierung“ noch einmal das Gesamtbild des Interviews durch den Klienten überprüfen zu lassen.

Das Auswertungsverfahren
Die im Interview erhobenen Daten kann man sich wie ein Gitter (engl. Grid) vorstellen. Jedes Konstukt / Konstruktpaar wurde auf jedes Element angewendet. Die Daten werden durch ein mathematisches Standardverfahren, die Hauptkomponentenanalyse, verrechnet und in einem dreidimensionalen Raum dargestellt. Die beurteilten Elemente werden durch Kugeln die Konstrukte durch Punkte (mit Strichen) symbolisiert. Die Äußerungen und Bewertungen der Befragten spannen einen dreidimensionalen Raum auf, in dem die Raumrichtungen durch Konstrukte definiert sind.

In diesen Konstruktraum (Kugelfokus) werden die Elemente hineinprojiziert (Vektorberechnung). Als Konvention ist gesetzt: Je weiter Rechts ein Element liegt, desto positiver wurde es beurteilt, je weiter links desto negativer (Daher liegen auch zumeist die idealen Elemente links außen). Sollte es vorkommen, dass in der Analyseansicht das Ergebnis spiegelverkehrt dargestellt wird, kann mit Pfeilbuttons die richtige Position der X-Achse hergestellt werden. Je weiter außen ein Element im Raum liegt, desto eindeutiger wurde es mit den dort am Rande stehenden Konstrukten beschrieben. Die Konstrukteähnlickeit kann über die Achsennähe abgelesen werden. Ähnlichkeit und Unterschiedlichkeit der Elemente werden durch Distanz und Winkel veranschaulicht.

Um sich in der dreidimensionalen Ergebnisdarstellung zu bewegen benötigen Sie die Maus.

Was muss bei/vor der Anwendung des Tools beachtet werden?
sci:vesco®.web ist nur online kostenlos verfügbar.
eac-leipzig.de/scivescoweb/

Quelle

    Kelly, G. A. (1986). Die Psychologie der persönlichen Konstrukte. Paderborn: Junfermann.
    Kelly, G. A. (1991). The Psychology of Personal Constructs. Volume one - Theory and Personality. New York: Routhledge (Reprint von 1955).
    Kelly, G. A. (1991). The Psychology of Personal Constructs. Volume two – Clinical diagnosis and psychotherapy. New York: Routledge (Reprint von 1955).
    Rosenberger, M. & Freitag, M. (2005): Die Repertory Grid Methode als Methode der quantitativen Inhaltsanalyse (inter-) individueller Wirklichkeitskonstruktionen. In: S. Kühl & P. Strodtholz (Hrsg.). Quantitative Methoden der Organisationsforschung. Ein Handbuch. Rowohlt Taschenbuch Verlag: Reinbek.

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